RückbildungsRoyale

2018 habe ich den ersten Online-Kongress zum Thema Rückbildung in der Frauengesundheit und im postnatalen Training mit all seinen Facetten im durchaus mal turbulenten Mama-Alltag veranstaltet.

 

www.rueckbildungroyale.de



warum Rückbildung ?

In Jugend und Schule finden ganzheitliche und salutogenetische Gesundheitsansätze oft erschreckend wenig Platz. Entsprechend gering ist oft das Zykluswissen von Mädchen und jungen Frauen, die persönliche Identifikation mit dem eigenen großartigen Körper, das liebevolle Hineinwachsen in körperliche Veränderungen und beste-Freundin-sein mit sich selbst. Bereits vor der ersten Menstruation verpassen wir leider zu häufig die Chance weibliche Aspekte in Anatomie/ Physiologie/ Biomechanik und individuelles Wohlgefühl miteinander in Verbindung zu bringen. Was hat klassischer  Biologie- oder Sportunterricht wirklich mit inniger Verbundenheit mit dem individuellen Körper zu tun? Die komplexen Abläufe, die vielschichtigen Funktionen und persönlichen Besonderheiten, die Begeisterung für die Möglichkeiten, die unsere Physis uns bietet.  Während der Schwangerschaft ändert sich sehr oft das Interesse von vielen Berufsgruppen und dem privaten Umfeld am weiblichen Körper: Jetzt wird regelmäßig das Befinden angeschaut, es wird kontrolliert, gewogen, getrackt, mit vielerlei Untersuchungen und Hilfestellungen bedacht. Ab dem Zeitpunkt der Geburt verschiebt sich dann meistens erneut der Fokus vom Helfersystem von der Mutter zum Baby. Nach einer gynäkologischen Abschlussuntersuchung und dem good-bye von der Nachsorge-Hebamme liegt die stabile Müttergesundheit vorerst in einer konsequenten Selbstfürsorge.

 

Nach den aufregenden Monaten der Schwangerschaft, nach dem Krafteinsatz unter Wehen und dem höchsten Hingabemoment Geburt, nach dem ersten Heil-Werden und Hineinwachsen in die Still- und Tragezeit und dem Selbst-mitgeboren werden als Mutter -nach all diesen Veränderungen auf körperlich-geistig- emotionaler Ebene innerhalb weniger Wochen wird uns Eltern schnell bewusst, dass wir unser altes Leben getrost an den Nagel hängen können. Und oftmals insbesondere uns Müttern auch, dass wir mit vielen Fragen in sehr fordernden Zeiten völlig allein dastehen. Damit wir Mamas diese Umstellung und dazugehörigen Unsicherheiten voller Vertrauen in unseren Körper, in unsere Wahrnehmung, in unsere mütterlichen Kompetenzen souverän bewältigen können brauchen wir fühlbar nützliche, informative, ermutigende Begleitung in der sogenannten Rückbildungs-Phase. Damit Rückbildung sinnvoll investierte Zeit ist, wirklich Dir persönlich hilft, tiefgründig und ebenso Mama-Alltags-tauglich ist und zudem noch richtig viel Spaß macht setze ich mich leidenschaftlich dafür ein, dass jede Mama ein hochqualitatives, ganzheitliches Postnatales Training genießen kann. 



Rückbildung international ?

Wie wir mittlerweile aus internationaler Erfahrung sagen können bewegen sich Gesundheitssysteme oft langsam und sind stark beeinflusst vom politisch-medizinisch-pharmazeutischen Komplex sowie den regionalen Bedingungen eines jeweiligen Landes.

In Europa unterscheidet sich der Umgang mit Wochenbettkultur, Zuständigkeiten in der Mütterfürsorge, Erwartungen an Rückbildungsprozesse, Verständnis für komplexe coreSystem-Zusammenhänge und die öffentliche Kommunikation über Beckenbodenprobleme oder postnatalen Schmerzen sehr. Schon das Gesundheitswesen ordnet z.B. in Deutschland einer Hebamme andere Krankenkassenleistungen zu als in Österreich oder der Schweiz.

Sind viele Beckenbodentherapeuten in Deutschland anhaltend enttäuscht, wie stark das Tabu um mütterliche Beckenbodensymptome wie Inkontinenzen, Organsenkungen oder Organvorfall immer noch wirkt, so konnten wir in Spanien deutlich mehr Zurückhaltung hinsichtlich dieser Frauenthemen erkennen. Noch strenger fällt die Beckenbodenproblematik hier unter stillschweigendes Leid, das bis zu medizinisch-ästhetischen Eingriffen verschwiegen wird.

Gesteigert finden wir diese Tabuisierung mütterlicher Gesundheitsbeschwerden z.B. in Thailand und Afrika.

Auf globaler Ebene finden wir also die Aufforderung enger und offener in interdisziplinäre Zusammenarbeit zu kommen, um Mamas weltweit unkomplizierte und empowernde Unterstützung anbieten zu können.